Hanf ist Cannabis sativa, angebaut für Fasern, Samen und CBD, und zwar aus Sorten mit so wenig THC, dass sie nicht berauschen. Botanisch ist Hanf dieselbe Art wie Marihuana. Der Unterschied liegt in der Chemie und im Recht: In der EU dürfen auf Hanffeldern nur Sorten mit höchstens 0,3 % THC stehen, die Schweiz zieht die Grenze bei unter 1 % THC.
Das Wichtigste in Kürze
- Art
- Cannabis sativa L., dieselbe Art wie Marihuana
- EU-Grenzwert (Stand Oktober 2026)
- Hanfflächen sind nur mit Sorten von höchstens 0,3 % THC für EU-Agrarzahlungen förderfähig (GAP-Regeln 2023–2027)
- Schweiz (Stand Oktober 2026)
- Hanf mit weniger als 1 % THC fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz
- USA (Stand Oktober 2026)
- Höchstens 0,3 % Delta-9-THC; ab dem 12. November 2026 zählt der Gesamt-THC-Gehalt einschließlich THCA
- Wo das CBD sitzt
- Vor allem in den Harzdrüsen (Trichomen) der weiblichen Blüten; Hanfsamen enthalten deutlich weniger
- Hanffläche in der EU
- 33.020 ha Faserhanf im Jahr 2022, gegenüber 20.540 ha im Jahr 2015; Frankreich erzeugt mehr als 60 % der EU-Produktion
Was ist Hanf?
Als Hanf bezeichnet man Sorten von Cannabis sativa, die wegen ihrer Stängel, Samen und Blüten gezüchtet und angebaut werden und nicht als Rauschmittel. Landwirte bauen Hanf für Fasern (aus dem Stängel), für Samen (Lebensmittel, Futtermittel und Öl) sowie für CBD und andere Cannabinoide (aus den Blüten) an.
Ob eine Pflanze als „Hanf“ gilt, hängt nicht von ihrem Aussehen ab, sondern von ihrem THC-Gehalt. Hanfsorten bilden vor allem CBD und nur Spuren von THC, dem Stoff, der high macht. Der Gesetzgeber übersetzt diesen chemischen Unterschied in eine Zahl: einen gesetzlichen THC-Grenzwert.

Ist Hanf dasselbe wie Gras?
Nein, auch wenn es sich um dieselbe Art handelt. „Gras“ oder Marihuana sind die getrockneten Blüten von Cannabispflanzen, die auf einen hohen THC-Gehalt gezüchtet wurden. Hanfsorten werden in die andere Richtung gezüchtet, auf wenig THC. Eine Züchtungsstudie von 2003 ergab, dass ein einziger Genort weitgehend darüber entscheidet, ob eine Pflanze überwiegend THC oder überwiegend CBD bildet [5].
Der Abstand beim THC ist groß. In US-Polizeibeschlagnahmungen, die über zwei Jahrzehnte ausgewertet wurden, stieg der THC-Gehalt von illegalem Cannabis von etwa 4 % im Jahr 1995 auf etwa 12 % im Jahr 2014 [6]. Hanfsorten in der EU müssen bei höchstens 0,3 % bleiben.
| Hanf | Marihuana (Gras) | |
|---|---|---|
| Art | Cannabis sativa L. | Cannabis sativa L. |
| THC | EU: max. 0,3 % für Agrarzahlungen; Schweiz: unter 1 % | Im Schnitt etwa 12 % bei US-Polizeibeschlagnahmungen 2014 |
| Wichtigstes Cannabinoid | CBD | THC |
| Macht high? | Nein | Ja |
| Angebaut für | Fasern, Samen, CBD | THC-reiche Blüten |
| Rechtsstatus | In der EU und der Schweiz innerhalb des THC-Grenzwerts legal anbaubar (Genehmigungen oder Sortenregeln können gelten) | In den meisten Ländern ein kontrolliertes Betäubungsmittel; Ausnahmen sind unterschiedlich |
Woher die Begriffe Cannabis, Marihuana und Hanf stammen, lesen Sie unter Unterschied zwischen Cannabis, Marihuana und Hanf.
Enthält Hanf CBD?
Ja. Cannabinoide und Terpene entstehen in winzigen Harzdrüsen, den Drüsentrichomen, die sich auf den weiblichen Blüten konzentrieren [7]. Deshalb wird CBD aus Hanfblüten und -blättern gewonnen, nicht aus dem Stängel oder den Samen.
Hanfsamen enthalten deutlich weniger. Sie können trotzdem Spuren von Cannabinoiden tragen, weshalb die EU seit dem 1. Januar 2023 den THC-Gehalt in Hanfsamen auf 3,0 mg/kg und in Hanfsamenöl auf 7,5 mg/kg begrenzt [3]. Hanfsamenöl, das zum Kochen verkauft wird, ist kein CBD-Öl. Unser Ratgeber Hanföl oder CBD-Öl zeigt, wie Sie beides auf dem Etikett unterscheiden, und Was ist CBD? erklärt den Stoff selbst.
Kann Hanf high machen?
Nein. Hanfsorten werden so gezüchtet, dass sie zu wenig THC enthalten, um den von Marihuana bekannten Rausch auszulösen. CBD selbst berauscht nicht; wie sich die beiden Stoffe unterscheiden, lesen Sie unter CBD vs. THC. Produkte aus Hanf können dennoch Spuren von THC enthalten, was für Drogentests eine Rolle spielt. Prüfen Sie deshalb den THC-Wert im Analysezertifikat (so lesen Sie es).
Ist Hanf legal? THC-Grenzwerte nach Region
Hanf darf in der EU, der Schweiz und den USA angebaut werden, doch jede Rechtsordnung legt ihren eigenen THC-Grenzwert fest, und für Produkte aus Hanf gelten wiederum eigene Regeln.
- Europäische Union: Nach der Gemeinsamen Agrarpolitik gelten „Flächen, die für die Hanferzeugung genutzt werden, nur dann als förderfähige Hektarflächen, wenn der Tetrahydrocannabinolgehalt der verwendeten Sorten nicht mehr als 0,3 % beträgt“ (Verordnung (EU) 2021/2115, Artikel 4 Absatz 4) [1]. Dieser Grenzwert entscheidet, welche Hanffelder nach den 2023 gestarteten GAP-Regeln Agrarzahlungen erhalten. Was verkauft werden darf, regeln die nationalen Betäubungsmittelgesetze, und die unterscheiden sich zwischen den Mitgliedstaaten.
- Schweiz: Laut Bundesamt für Gesundheit fällt Hanf mit einem THC-Gehalt von weniger als 1 % nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, während Cannabis mit 1 % THC oder mehr als Betäubungsmittel gilt [2].
- USA: Das Bundesrecht definiert Hanf als Cannabis sativa mit höchstens 0,3 % Delta-9-THC bezogen auf das Trockengewicht. Eine im November 2025 verabschiedete Änderung stellt dies ab dem 12. November 2026 auf den Gesamt-THC-Gehalt einschließlich THCA um [4].
Kurz gesagt: Das Recht behandelt THC-armen Hanf als landwirtschaftliche Kultur, nicht als Droge.
Wofür wird Hanf verwendet?
Fast jeder Teil der Pflanze lässt sich nutzen. Laut Europäischer Kommission landet Hanf in Textilien, in Lebens- und Futtermitteln aus den Samen, in Baustoffen, Papier, Kunststoffersatz, Kosmetik, Biokraftstoffen und CBD-Extrakten [8].
| Pflanzenteil | Was daraus wird |
|---|---|
| Bastfaser (äußerer Stängel) | Textilien, Seile, Papier, Dämmmatten, Verbundwerkstoffe für Autoinnenräume |
| Schäben (holziger Kern) | Hanfkalk, Tiereinstreu, Faserplatten |
| Samen | Geschälte Samen, Protein, Hanfsamenöl, Tierfutter |
| Blüten und Blätter | CBD und andere Cannabinoid-Extrakte, Terpene |

Textilien und Papier
Hanffasern sind lang und reißfest. Jahrhundertelang wurden sie für Seile und Segeltuch verwendet, heute werden sie zu Kleidung, Taschen und Heimtextilien verwebt. Hanf lässt sich auch zu Papier verarbeiten.
Baustoffe
Hanfkalk (Hempcrete) ist eine Mischung aus Hanfschäben, Kalk und Wasser. Er dämmt gegen Wärme und Schall und wird als Füllmaterial in einem tragenden Rahmen eingesetzt, nicht als tragender Ersatz für Beton. Hanffasern werden außerdem zu Dämmmatten und Platten gepresst.
Klima und Boden
Die Europäische Kommission schätzt, dass ein Hektar Hanf 9 bis 15 Tonnen CO2 bindet, etwa so viel wie ein junger Wald, während die Pflanze nur rund fünf Monate zum Wachsen braucht. Hanf hat wenige natürliche Schädlinge, sodass sich Insektizide, Herbizide und Fungizide meist vermeiden lassen [8]. Seine tiefe Pfahlwurzel lockert den Boden für die Folgekultur, was Hanf für die Fruchtfolge nützlich macht.
Kunststoffe und Batterien
Hanffasern und -schäben werden in biobasierten Kunststoffen und Verbundwerkstoffen eingesetzt. Ein biobasierter Kunststoff ist nicht automatisch biologisch abbaubar; das hängt von seiner Rezeptur ab. Kohlenstoff aus Hanf wurde auch in Superkondensatoren getestet, doch veröffentlichte direkte Vergleichstests, die belegen, dass „Hanfbatterien“ Lithium-Ionen-Batterien übertreffen, fehlen bislang.
Samen und CBD
Hanfsamen werden geschält gegessen oder zu Öl gepresst und, wo nationale Regeln es erlauben, im Tierfutter verwendet. Die Blüten sind der Rohstoff für CBD-Extrakte; siehe wie CBD aus Hanf gewonnen wird. Unseren Freilandhanf verwenden wir vor allem für unsere CBD-Öle.
Wo wird Hanf angebaut?
In der EU wuchs die Anbaufläche für Faserhanf von 20.540 Hektar im Jahr 2015 auf 33.020 Hektar im Jahr 2022. Frankreich erzeugt mehr als 60 % der EU-Produktion, gefolgt von Deutschland (17 %) und den Niederlanden (5 %) [8].
Unser eigener Hanf wächst in der Zentralschweiz. Nach der Erfahrung von Robin Roy Krigslund-Hansen passt das trockene Wetter der Schweiz gut zu Hanf: Er gedeiht hier deutlich besser als in feuchteren Regionen wie Teilen des Mittelmeerraums. Zu Aussaat, Ernte sowie Indoor- und Outdoor-Anbau lesen Sie wie Hanf angebaut wird, und zur Vergangenheit der Pflanze die Geschichte des Hanfs.
Aus unserer Produktion
Viele unserer Kunden glauben noch immer, CBD- und Hanfprodukte seien illegal. Ein Grund dafür sind die Medien: Viele Journalisten kennen den Unterschied zwischen Cannabis und Hanf nicht, und ich habe gesehen, wie Cannabisblüten mit „Haschisch“ übersetzt wurden. Das führt Verbraucher in die Irre. Unser eigener Hanf wächst in der Zentralschweiz, und wir testen jede Charge.
— Robin Roy Krigslund-Hansen, Mitgründer und CEO
Häufig gestellte Fragen
Ist Hanf dasselbe wie Gras?
Nein. Hanf und Gras (Marihuana) sind beide Cannabis sativa, doch Hanfsorten werden auf sehr wenig THC gezüchtet und bilden vor allem CBD, während Marihuana auf THC-reiche Blüten gezüchtet wird. In der EU dürfen Hanfsorten höchstens 0,3 % THC enthalten.
Enthält Hanf CBD?
Ja. CBD entsteht in den Harzdrüsen der Hanfblüten und in geringerem Maß der Blätter. Hanfsamen enthalten deutlich weniger, daher ist Hanfsamenöl nicht dasselbe wie CBD-Öl.
Kann Hanf high machen?
Nein. Hanfsorten werden so gezüchtet, dass sie zu wenig THC für einen Rausch enthalten: höchstens 0,3 % bei EU-Sorten und unter 1 % in der Schweiz. Produkte aus Hanf können trotzdem Spuren von THC enthalten, prüfen Sie daher das Analysezertifikat.
Wofür wird Hanf verwendet?
Hanfstängel liefern Fasern für Textilien, Papier und Dämmstoffe, und der holzige Kern wird für Hanfkalk verwendet. Die Samen dienen als Lebensmittel, Futter und Öl, und die Blüten sind die Quelle für CBD-Extrakte.
Wie hoch ist der gesetzliche THC-Grenzwert für Hanf?
Stand Oktober 2026 erlauben die EU-Agrarregeln Hanfsorten mit höchstens 0,3 % THC, die Schweiz nimmt Hanf unter 1 % THC vom Betäubungsmittelgesetz aus, und das US-Bundesrecht legt 0,3 % Delta-9-THC fest und stellt am 12. November 2026 auf den Gesamt-THC-Gehalt um.
Wo baut Formula Swiss seinen Hanf an?
Unser Hanf wird in der Zentralschweiz angebaut, und wir testen jede Charge in der Schweiz.
Verwandte Ratgeber
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen über die Hanfpflanze und die Rechtslage. Er ist keine Rechtsberatung, und Gesetze ändern sich; prüfen Sie die Regeln in Ihrem Land. CBD-Öle von Formula Swiss sind Kosmetika zur Anwendung auf der Haut. Lesen Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss.
Zuletzt überprüft:
Quellen
- Verordnung (EU) 2021/2115 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2. Dezember 2021 mit Vorschriften für die Unterstützung der GAP-Strategiepläne, Artikel 4 Absatz 4 und Erwägungsgrund 18. ABl. L 435, 6.12.2021.
- Bundesamt für Gesundheit (BAG). Geltende Rechtslage von Hanf- und Cannabisprodukten. bag.admin.ch
- Verordnung (EU) 2022/1393 der Kommission vom 11. August 2022 hinsichtlich der Höchstgehalte an Delta-9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) in Hanfsamen und daraus gewonnenen Erzeugnissen. ABl. L 211, 12.8.2022.
- 7 U.S. Code § 1639o, Definitions (hemp), geändert durch Public Law 119-37 vom 12. November 2025. Legal Information Institute, Cornell Law School.
- de Meijer EP et al. The inheritance of chemical phenotype in Cannabis sativa L. Genetics 2003;163(1):335–346. doi:10.1093/genetics/163.1.335
- ElSohly MA et al. Changes in cannabis potency over the last 2 decades (1995–2014): analysis of current data in the United States. Biol Psychiatry 2016;79(7):613–619. doi:10.1016/j.biopsych.2016.01.004
- Livingston SJ et al. Cannabis glandular trichomes alter morphology and metabolite content during flower maturation. Plant J 2020;101(1):37–56. doi:10.1111/tpj.14516
- Europäische Kommission, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Hemp. agriculture.ec.europa.eu