Cannabinoide sind Verbindungen, die auf die Cannabinoid-Rezeptoren des Körpers wirken. Cannabis bildet mehr als 100 davon, meist als Säuren (THCA, CBDA, CBGA, CBCA), die Hitze in THC, CBD, CBG und CBC umwandelt. Der Körper bildet eigene, etwa Anandamid und 2-AG. Formula Swiss testet jede Produktionscharge und veröffentlicht die gemessenen Cannabinoide.
Cannabis bildet mehr als 560 identifizierte Stoffe, darunter Terpene, die für das Aroma sorgen, sowie Flavonoide und Chlorophyll (ElSohly et al., 2017). Die Cannabinoide sind die Gruppe, die am meisten erforscht wurde. Diese Liste stellt die wichtigsten vor, erklärt, wie sie in der Pflanze entstehen, und zeigt, wie viel davon wir in unseren eigenen CBD-Ölen messen.
Das Wichtigste in Kürze
- Wie viele
- Mehr als 100 pflanzliche Cannabinoide wurden beschrieben
- Die wichtigsten
- THC, CBD, CBG, CBN und CBC
- Berauschend
- THC; CBN ist weit schwächer; CBD, CBG und CBC berauschen nicht
- In der lebenden Pflanze
- Überwiegend Säureformen (THCA, CBDA, CBGA, CBCA), die durch Wärme umgewandelt werden
- Vom Körper gebildet
- Anandamid und 2-AG, die Endocannabinoide
- Chemische Klasse
- Pflanzliche Cannabinoide sind meist terpenophenolische Verbindungen. Endocannabinoide sind Fettsäurederivate, synthetische Cannabinoide sind sehr unterschiedlich aufgebaut.
- Rechtlicher Status
- Das hängt von Stoff und Land ab. THC ist in den meisten Ländern kontrolliert. CBD, CBG und CBN sind in den UN-Drogenkonventionen nicht aufgeführt, und viele synthetische Cannabinoide sind verboten.
- In Produkten von Formula Swiss
- Unsere vier 30-ml-Öle enthalten CBD und CBG, die Vollspektrum-Öle zusätzlich CBC, CBN, CBDV und Spuren von THC (Bericht 260410_A01). In den THC-freien Ölen war kein THC nachweisbar.
Was sind Cannabinoide?
Cannabinoide werden über ihre Wirkung definiert: Sie wirken auf die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 und verwandte Zielstrukturen. Es gibt drei Gruppen:
| Gruppe | Herkunft | Beispiele |
|---|---|---|
| Phytocannabinoide | Von Pflanzen gebildet, vor allem von Cannabis | THC, CBD, CBG, CBN, CBC |
| Endocannabinoide | Vom Körper aus Fettsäuren gebildet | Anandamid, 2-AG |
| Synthetische Cannabinoide | Im Labor hergestellt | Forschungssubstanzen und illegale „Spice“-Produkte |
Cannabinoide sind sekundäre Pflanzenstoffe: Die Pflanze braucht sie nicht zum Wachsen, sie helfen ihr aber vermutlich, sich gegen Schädlinge und Stress zu schützen. Sie werden in den Trichomen gebildet und gespeichert, den winzigen Harzdrüsen auf Blüten und Blättern.
Die wichtigsten pflanzlichen Cannabinoide
Mehr als 100 Phytocannabinoide wurden beschrieben (Hanuš et al., 2016), doch nur eine Handvoll kommt in nennenswerten Mengen vor.
| Cannabinoid | Berauschend? | Wichtige Fakten |
|---|---|---|
| THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) | Ja | Der wichtigste berauschende Stoff. Seine Struktur beschrieben 1964 Gaoni und Mechoulam, die es aus Haschisch isolierten. |
| CBD (Cannabidiol) | Nein | Meist das wichtigste Cannabinoid in Hanf. Seine Struktur wurde 1963 beschrieben. Es bindet nur schwach an CB1- und CB2-Rezeptoren. |
| CBG (Cannabigerol) | Nein | Seine Säureform CBGA ist die Vorstufe, aus der die Pflanze THCA, CBDA und CBCA bildet. |
| CBN (Cannabinol) | Weit schwächer als THC | Entsteht, wenn THC in alterndem Cannabis an der Luft oxidiert. |
| CBC (Cannabichromen) | Nein | 1966 erstmals isoliert. In Zell- und Tiermodellen untersucht, auch an Hautzellen. |
| CBDV und THCV | CBDV nein; THCV unterscheidet sich von THC | „Varin“-Formen mit einer kürzeren Seitenkette aus drei Kohlenstoffatomen. CBDV wirkte bei Mäusen und Ratten krampflösend. |
THC
THC ist der wichtigste berauschende Stoff in Cannabis. Es aktiviert CB1-Rezeptoren im Gehirn, was Wirkungen wie Euphorie, Entspannung, ein verändertes Zeitgefühl, Hunger und Gedächtnisstörungen erklärt. Yehiel Gaoni und Raphael Mechoulam isolierten THC aus Haschisch und beschrieben 1964 seine Struktur.
THC wirkt bei Menschen unterschiedlich: Manche fühlen sich entspannt, andere ängstlich oder paranoid, und die Wirkungen nehmen mit der Dosis zu. Weitere häufige Wirkungen sind Herzrasen, Mundtrockenheit, gerötete Augen, Schwindel und Schläfrigkeit. Oft heißt es, CBD hebe die Wirkungen von THC auf, doch in einer Fahrstudie verhinderte CBD die durch THC verursachte Beeinträchtigung nicht (Arkell et al., 2019).
Cannabinoide wurden als Arzneimittel untersucht. Eine systematische Übersichtsarbeit fand Belege mittlerer Qualität für chronische Schmerzen und Spastik sowie Belege geringer Qualität für Übelkeit bei Chemotherapie, Gewichtszunahme bei HIV-Infektion, Schlafstörungen und Tourette-Syndrom, zusammen mit einem höheren Risiko kurzfristiger Nebenwirkungen (Whiting et al., 2015). Wie sich THC von CBD unterscheidet, lesen Sie unter CBD vs. THC.
CBD
CBD wirkt nicht berauschend. Anders als THC bindet es nur schwach an CB1- und CB2-Rezeptoren und wirkt auf mehrere andere Zielstrukturen (Pertwee, 2008). Es wird für viele Anwendungen untersucht, und ein Arzneimittel mit gereinigtem CBD, Epidyolex, ist in der EU für Krampfanfälle bei bestimmten seltenen Epilepsien im Kindesalter zugelassen (EMA). Sein rechtlicher Status für andere Verwendungen unterscheidet sich von Land zu Land.
CBG
CBG wird oft als „Mutter-Cannabinoid“ bezeichnet, weil die Enzyme der Pflanze seine Säureform CBGA in THCA, CBDA und CBCA umwandeln (Taura et al., 2007). Der größte Teil des CBGA wird umgewandelt, während die Pflanze reift, daher ist CBG meist ein Neben-Cannabinoid; manche Hanfsorten werden jedoch so gezüchtet, dass sie mehr davon behalten. In menschlichen Sebozyten steigerte CBG die Lipidproduktion (Oláh et al., 2016).
CBN
CBN wird nicht direkt von der Pflanze gebildet. Es entsteht, wenn THC an der Luft oxidiert, daher enthält älteres Cannabis mehr davon; eine Lagerstudie ergab, dass Oxidation an der Luft im Dunkeln den CBN-Gehalt erhöhte, der lichtbedingte THC-Verlust dagegen nicht (Fairbairn et al., 1976). CBN wird im Hinblick auf Schlaf untersucht; unser Ratgeber zu CBD-Öl und Schlaf fasst die klinischen Studien zusammen.
CBC
CBC wurde 1966 erstmals isoliert. Es bindet kaum an CB1-Rezeptoren und wirkt auf TRP-Kanäle, die an der Wahrnehmung von Schmerz und Temperatur beteiligt sind. Bei Mäusen verringerte CBC entzündliche Schwellungen über einen Mechanismus, an dem weder CB1 noch CB2 beteiligt waren (DeLong et al., 2010), und in menschlichen Sebozyten verringerte es die Lipidproduktion (Oláh et al., 2016).
CBDV und THCV
Die „Varin“-Cannabinoide haben eine Seitenkette aus drei Kohlenstoffatomen (Propyl) statt der üblichen fünf (Pentyl). CBDV wirkte bei Mäusen und Ratten krampflösend (Hill et al., 2012).
Säureformen und Decarboxylierung
Die lebende Pflanze bildet die meisten Cannabinoide in Säureform, etwa THCA und CBDA. Wärme spaltet eine Carboxylgruppe ab und wandelt sie in die neutralen Formen THC und CBD um, eine Reaktion namens Decarboxylierung; sie läuft auch während der Lagerung langsam ab. THCA wandelt sich bei gleicher Temperatur etwa doppelt so schnell um wie CBDA oder CBGA (Wang et al., 2016).
Was wir in unseren CBD-Ölen messen
Jede Charge unserer Öle wird geprüft. Die Tabelle zeigt die Cannabinoide, die in unseren vier 30-ml-Ölen gemessen wurden, laut unserem veröffentlichten Analysezertifikat, Bericht 260410_A01 vom 8. April 2026. Das Verfahren ist Gaschromatografie mit Flammenionisationsdetektor (GC-FID), und die Werte sind Gesamtwerte nach vollständiger Decarboxylierung; jede Säureform wird also als ihr neutrales Cannabinoid gezählt.
| Cannabinoid | Zermatt Balance (Probe 260408.03) | St. Moritz Restore (Probe 260408.04) | Lucerne Calm (Probe 260408.01) | Lugano Clarity (Probe 260408.02) |
|---|---|---|---|---|
| CBD | 15,83 | 25,13 | 20,50 | 10,47 |
| CBG | 1,51 | 4,29 | 3,19 | 7,28 |
| CBC | 0,82 | 1,51 | n. n. | n. n. |
| CBN | 0,18 | 0,13 | n. n. | n. n. |
| CBDV | 0,05 | 0,05 | n. n. | n. n. |
| Δ9-THC | 0,14 | 0,14 | n. n. | n. n. |
| Δ8-THC | 0,06 | 0,06 | n. n. | n. n. |
| THCV | n. n. | n. n. | n. n. | n. n. |
| CBL | n. n. | n. n. | n. n. | n. n. |
n. n. bedeutet nicht nachweisbar. Lucerne Calm und Lugano Clarity sind unsere THC-freien Breitspektrum-Öle; Zermatt Balance und St. Moritz Restore sind Vollspektrum-Öle. Alle Zertifikate finden Sie auf unserer Seite mit den Laborberichten.

Endocannabinoide
Der Körper bildet eigene Cannabinoide. Anandamid wurde 1992 identifiziert (Devane et al., 1992) und 2-AG 1995 (Mechoulam et al., 1995; Sugiura et al., 1995). Beide werden bei Bedarf aus Fettsäuren der Zellmembranen gebildet und wirken auf dieselben CB1- und CB2-Rezeptoren wie THC, obwohl sich ihre chemische Struktur völlig von der des THC unterscheidet. Mehr zum Endocannabinoid-System.
Synthetische Cannabinoide
Synthetische Cannabinoide werden im Labor hergestellt, und viele sind so entwickelt, dass sie weit stärker auf CB1 wirken als THC. Illegale Produkte, die als „Spice“ oder „K2“ verkauft werden, enthalten sie, und eine systematische Übersichtsarbeit zu Berichten aus Kliniken und Giftinformationszentren ergab, dass ihre Nebenwirkungen häufiger und schwerer sein können als die von Cannabis (Tait et al., 2016). Siehe wie sich synthetische von pflanzlichen Cannabinoiden unterscheiden.
Häufige Fragen
Wie viele Cannabinoide gibt es?
In Cannabis wurden mehr als 100 pflanzliche Cannabinoide beschrieben, unter mehr als 560 identifizierten Stoffen. Nur eine Handvoll, vor allem THC, CBD, CBG, CBN und CBC, kommt in nennenswerten Mengen vor.
Welche Cannabinoide wirken berauschend?
THC ist das wichtigste berauschende Cannabinoid. CBN ist weit schwächer. CBD, CBG und CBC wirken nicht berauschend.
Was ist der Unterschied zwischen THCA und THC?
THCA ist die Säureform, die die lebende Pflanze bildet. Es wirkt nicht berauschend. Wärme spaltet eine Carboxylgruppe ab und wandelt es in THC um, das berauschend wirkt.
Was sind Endocannabinoide?
Endocannabinoide sind Cannabinoide, die der Körper selbst bildet. Die beiden bekanntesten sind Anandamid und 2-AG, die auf dieselben CB1- und CB2-Rezeptoren wirken wie THC.
Welche Cannabinoide enthalten die CBD-Öle von Formula Swiss?
Unser veröffentlichtes Analysezertifikat (Bericht 260410_A01) weist in unseren Vollspektrum-Ölen CBD, CBG, CBC, CBN und CBDV aus, in unseren THC-freien Ölen Lucerne Calm und Lugano Clarity CBD und CBG; THC war dort nicht nachweisbar.
Sind synthetische Cannabinoide sicher?
Illegale synthetische Cannabinoide werden mit schweren Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, die laut einer systematischen Übersichtsarbeit häufiger und schwerer sein können als die von Cannabis.
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zur Cannabis-Wissenschaft. Er macht keine Aussagen über die Wirkung von Produkten von Formula Swiss, die als Kosmetika zur Anwendung auf der Haut verkauft werden, und ist keine medizinische Beratung. Lesen Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss.
Zuletzt geprüft:
Quellen
- ElSohly MA, et al. Phytochemistry of Cannabis sativa L. Progress in the Chemistry of Organic Natural Products 2017. PMID 28120229
- Hanuš LO, et al. Phytocannabinoids: a unified critical inventory. Natural Product Reports 2016. PMID 27722705
- Gaoni Y, Mechoulam R. Isolation, structure, and partial synthesis of an active constituent of hashish. Journal of the American Chemical Society 1964;86:1646. doi:10.1021/ja01062a046
- Mechoulam R, Shvo Y. Hashish. I. The structure of cannabidiol. Tetrahedron 1963. PMID 5879214
- Gaoni Y, Mechoulam R. Cannabichromene, a new active principle in hashish. Chemical Communications 1966:20. doi:10.1039/C19660000020
- Pertwee RG. The diverse CB1 and CB2 receptor pharmacology of three plant cannabinoids: Δ9-tetrahydrocannabinol, cannabidiol and Δ9-tetrahydrocannabivarin. British Journal of Pharmacology 2008. PMID 17828291
- Taura F, et al. Cannabidiolic-acid synthase, the chemotype-determining enzyme in the fiber-type Cannabis sativa. FEBS Letters 2007. PMID 17544411
- Wang M, et al. Decarboxylation study of acidic cannabinoids: a novel approach using ultra-high-performance supercritical fluid chromatography/photodiode array-mass spectrometry. Cannabis and Cannabinoid Research 2016. PMID 28861498
- Fairbairn JW, et al. The stability of cannabis and its preparations on storage. Journal of Pharmacy and Pharmacology 1976. PMID 6643
- DeLong GT, et al. Pharmacological evaluation of the natural constituent of Cannabis sativa, cannabichromene and its modulation by Δ9-tetrahydrocannabinol. Drug and Alcohol Dependence 2010. PMID 20619971
- Oláh A, et al. Differential effectiveness of selected non-psychotropic phytocannabinoids on human sebocyte functions implicates their introduction in dry/seborrhoeic skin and acne treatment. Experimental Dermatology 2016. PMID 27094344
- Hill AJ, et al. Cannabidivarin is anticonvulsant in mouse and rat. British Journal of Pharmacology 2012. PMID 22970845
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- Devane WA, et al. Isolation and structure of a brain constituent that binds to the cannabinoid receptor. Science 1992. PMID 1470919
- Mechoulam R, et al. Identification of an endogenous 2-monoglyceride, present in canine gut, that binds to cannabinoid receptors. Biochemical Pharmacology 1995. PMID 7605349
- Sugiura T, et al. 2-Arachidonoylglycerol: a possible endogenous cannabinoid receptor ligand in brain. Biochemical and Biophysical Research Communications 1995. PMID 7575630
- Tait RJ, et al. A systematic review of adverse events arising from the use of synthetic cannabinoids and their associated treatment. Clinical Toxicology 2016. PMID 26567470