Terpene sind die Aromastoffe, die Pflanzen wie Kiefer, Zitrone, Lavendel, Hopfen und Cannabis ihren Geruch geben. Chemisch sind sie aus Isopren-Einheiten mit fünf Kohlenstoffatomen aufgebaut. In Cannabis wurden mehr als 200 nachgewiesen; zu den bekanntesten gehören Myrcen, Limonen, Pinen, Caryophyllen und Linalool. Dass sie die Wirkung von Cannabis beim Menschen verändern, ist bisher weitgehend unbewiesen.
Das Wichtigste in Kürze
- Was sie sind
- Pflanzenstoffe aus Isopren-Einheiten (C5); Formen mit Sauerstoff heißen Terpenoide
- Bekannte Verbindungen
- Etwa 15.000 bis 20.000 in der Natur vollständig beschrieben; mehr als 200 in Cannabis nachgewiesen (Russo 2011)
- Wichtigste Gruppen in Cannabis
- Monoterpene (C10) wie Myrcen, Limonen und Pinen sowie Sesquiterpene (C15) wie Caryophyllen und Humulen
- Wo sie entstehen
- In den Drüsentrichomen (Harzdrüsen), vor allem an den weiblichen Blüten
- Belege zur Wirkung (Stand Oktober 2026)
- Im Labor keine direkte Wirkung an den Rezeptoren CB1 oder CB2; bisher eine kleine Studie am Menschen (Limonen mit THC)
- Rechtlicher Status
- Pflanzliche Terpene sind keine kontrollierten Substanzen
Was sind Terpene, und was bedeutet der Begriff?
Ein Terpen ist ein Kohlenwasserstoff aus verknüpften Isopren-Einheiten, kleinen Molekülen mit fünf Kohlenstoffatomen. Pflanzen bilden Terpene als sekundäre Pflanzenstoffe: Sie brauchen sie nicht für das Grundwachstum, aber für den Umgang mit ihrer Umgebung. Trägt ein Terpen Sauerstoff, etwa als Alkoholgruppe, sprechen Chemiker von einem Terpenoid. Linalool ist ein Terpenoid, Myrcen und Limonen sind Terpene. Im Alltag meint „Terpene“ beides.
Terpenoide sind die größte Gruppe der Pflanzenstoffe, rund 15.000 bis 20.000 davon sind vollständig beschrieben (Russo 2011). Den Duft von Cannabis bestimmen sie, nicht die Cannabinoide.

Welche Arten von Terpenen gibt es?
Terpene werden nach der Zahl ihrer Isopren-Einheiten eingeteilt:
- Monoterpene (2 Einheiten, 10 Kohlenstoffatome): klein und flüchtig, sie verdunsten also leicht. Beispiele: Myrcen, Limonen, Pinen, Ocimen, Linalool.
- Sesquiterpene (3 Einheiten, 15 Kohlenstoffatome): schwerer und weniger flüchtig. Beispiele: β-Caryophyllen, Humulen.
- Diterpene (4 Einheiten, 20 Kohlenstoffatome) und Triterpene (6 Einheiten, 30 Kohlenstoffatome): größere, kaum flüchtige Moleküle.
Die Einheiten können eine Kette bilden (Myrcen ist offenkettig) oder sich zu Ringen schließen (Limonen hat einen Ring, Pinen zwei). Diese Form beeinflusst den Geruch und wie schnell die Verbindung verdunstet. In Cannabis überwiegen meist die Monoterpene (Russo 2011).
Welche Terpene stecken in Cannabis?
Cannabis bildet seine Terpene mit einer Familie von Enzymen, den Terpensynthasen. In der Hanfsorte 'Finola' identifizierten Forschende neun davon. Ihre Produkte machen den Großteil der Terpene im Harz aus, darunter β-Myrcen, (E)-β-Ocimen, Limonen, α-Pinen, β-Caryophyllen und α-Humulen (Booth 2017).
| Terpen | Gruppe | Typisches Aroma | Kommt auch vor in |
|---|---|---|---|
| Myrcen | Monoterpen | Erdig, moschusartig | Hopfen, Zitronengras, Mango |
| Limonen | Monoterpen | Zitrus | Schale von Zitrone und anderen Zitrusfrüchten |
| Pinen | Monoterpen | Kiefer | Nadelbäume und viele ätherische Öle |
| Linalool | Monoterpenoid (Alkohol) | Blumig | Lavendel |
| β-Caryophyllen | Sesquiterpen | Pfeffrig, würzig | Schwarzer Pfeffer |
Quellen der Tabelle: Booth 2017 (Terpene in Cannabis), Russo 2011 (andere Pflanzen), Lorenzetti 1991 (Zitronengras), Li 2017 (Mango).

Wie viel eine Pflanze von jedem Terpen enthält, schwankt stark. Die Genetik spielt mit: In einer Studie mit mehr als 100 Proben waren als „Sativa“ und „Indica“ etikettierte Pflanzen genetisch nicht unterscheidbar, und das Etikett folgte nur einigen wenigen Terpenen, die von Terpensynthase-Genen gesteuert werden (Watts 2021). Sortennamen taugen deshalb wenig zur Orientierung. Erst die Analyse der jeweiligen Charge zeigt ihr Terpenprofil.
Welche Funktion haben Terpene in der Pflanze?
Terpene schützen die Pflanze. Bei Cannabis enthalten die Blüten vor allem Terpene wie Limonen und Pinen, die Insekten abschrecken, während die unteren Blätter mehr bittere Sesquiterpene tragen, die Weidetiere fernhalten (Russo 2011). In Bodenversuchen bremsten oder förderten Terpene das Wachstum bestimmter Bakterien und Pilze, je nach Verbindung und Dosis (Chou 2023).
Sie entstehen in denselben Harzdrüsen wie die Cannabinoide, den Drüsentrichomen, die an unbefruchteten weiblichen Blüten am dichtesten sitzen. In den meisten Cannabisproben machen Terpene weniger als 1 % aus, im Inhalt der Trichome können es aber bis zu 10 % sein. Weil sie flüchtig sind, nimmt ihr Gehalt beim Trocknen und Lagern ab (Russo 2011).

Sind Terpene und Cannabinoide dasselbe?
Nein. Beide stammen aus denselben Harzdrüsen und haben eine gemeinsame Vorstufe, gehören aber zu verschiedenen Stoffklassen. Cannabinoide wie CBD und THC kommen hauptsächlich in Cannabis vor. Terpene gibt es im ganzen Pflanzenreich: Das Limonen in Cannabis ist dasselbe Molekül wie in einer Zitrone. Mehr dazu unter Was sind Cannabinoide?
Welche Wirkung haben Terpene in Cannabis?
Diese Frage gehört zum sogenannten Entourage-Effekt, also der Annahme, dass Terpene und Cannabinoide zusammenwirken. Die Belege dafür sind bisher dünn:
- In Rezeptortests wirkten Myrcen, α- und β-Pinen, β-Caryophyllen und Limonen weder an CB1 noch an CB2 und veränderten auch nicht, wie THC oder CBD dort wirkten; einzige mögliche Ausnahme war ein schwacher Effekt von β-Caryophyllen an CB2 (Finlay 2020).
- In einer kontrollierten Studie mit 20 gesunden Erwachsenen senkte inhaliertes d-Limonen die Werte für Angst und Paranoia, die eine THC-Dosis von 30 mg auslöste. Limonen allein hatte keinen messbaren Effekt, und es handelt sich um eine einzige kleine Studie (Spindle 2024).
- Eine Übersichtsarbeit hält fest, dass viele medizinische Behauptungen über Cannabis-Terpene noch gründlich wissenschaftlich überprüft werden müssen (Booth 2019).
Den ganzen Zusammenhang erklärt unser Ratgeber zum Entourage-Effekt.

Wo werden Terpene sonst verwendet?
Terpene geben ätherischen Ölen ihren Duft und werden deshalb in Parfüms, Kosmetika und Haushaltsprodukten eingesetzt. Viele sind gewöhnliche Aromabestandteile alltäglicher Lebensmittel und Gewürze (Russo 2011). Hanfextrakte behalten einen Teil der pflanzeneigenen Terpene, sofern diese bei der Verarbeitung nicht entfernt werden.

Aus unserer Produktion
Wir lassen die natürlichen Terpene des Hanfs in unseren Ölen, statt sie zu entfernen. Viele unterschätzen Terpene und glauben, nur die Cannabinoide zählten.
— Robin Roy Krigslund-Hansen, Mitgründer und CEO
Häufige Fragen
Was sind Terpene einfach erklärt?
Terpene sind die natürlichen Stoffe, die Pflanzen ihren typischen Geruch geben, etwa den Zitrusduft einer Zitronenschale oder den Duft von Kiefernnadeln. Cannabis enthält mehr als 200 davon.
Welche Hauptgruppen von Terpenen gibt es?
Sie werden nach Größe eingeteilt: Monoterpene (10 Kohlenstoffatome, etwa Myrcen, Limonen und Pinen), Sesquiterpene (15 Kohlenstoffatome, etwa Caryophyllen und Humulen) sowie größere Diterpene und Triterpene. In Cannabis überwiegen meist die Monoterpene.
Machen Terpene high?
Nein. Terpene berauschen nicht und sind keine kontrollierten Substanzen. Ob sie die Wirkung von THC verändern, wird noch erforscht; eine kleine Studie am Menschen fand, dass Limonen die durch THC ausgelöste Angst verringerte.
Was ist der Unterschied zwischen Terpenen und Terpenoiden?
Terpene sind reine Kohlenwasserstoffe, bestehen also nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Terpenoide sind verwandte Verbindungen, die zusätzlich Sauerstoff enthalten, zum Beispiel Linalool. Im Alltag heißen beide Terpene.
Bauen sich Terpene mit der Zeit ab?
Ja. Die meisten Cannabis-Terpene sind flüchtig, ihr Gehalt sinkt daher, während das Pflanzenmaterial getrocknet und gelagert wird.
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Dieser Artikel ist eine allgemeine Information zur Pflanzenchemie. Er macht keine Aussagen über die Wirkung der Produkte von Formula Swiss, die Kosmetika zur Anwendung auf der Haut sind, und er ist keine medizinische Beratung. Lesen Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss.
Zuletzt geprüft:
Quellen
- Russo EB. Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. Br J Pharmacol 2011;163(7):1344–1364. doi:10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x
- Booth JK, Page JE, Bohlmann J. Terpene synthases from Cannabis sativa. PLoS One 2017;12(3):e0173911. doi:10.1371/journal.pone.0173911
- Booth JK, Bohlmann J. Terpenes in Cannabis sativa – from plant genome to humans. Plant Sci 2019;284:67–72. doi:10.1016/j.plantsci.2019.03.022
- Watts S et al. Cannabis labelling is associated with genetic variation in terpene synthase genes. Nat Plants 2021;7(10):1330–1334. doi:10.1038/s41477-021-01003-y
- Finlay DB et al. Terpenoids from cannabis do not mediate an entourage effect by acting at cannabinoid receptors. Front Pharmacol 2020;11:359. doi:10.3389/fphar.2020.00359
- Spindle TR et al. Vaporized D-limonene selectively mitigates the acute anxiogenic effects of Δ9-tetrahydrocannabinol in healthy adults who intermittently use cannabis. Drug Alcohol Depend 2024;257:111267. doi:10.1016/j.drugalcdep.2024.111267
- Chou M-Y et al. Terpenes modulate bacterial and fungal growth and sorghum rhizobiome communities. Microbiol Spectr 2023;11(5):e0133223. doi:10.1128/spectrum.01332-23
- Lorenzetti BB et al. Myrcene mimics the peripheral analgesic activity of lemongrass tea. J Ethnopharmacol 1991;34(1):43–48. doi:10.1016/0378-8741(91)90187-i
- Li L et al. Profiling of volatile fragrant components in a mini-core collection of mango germplasms from seven countries. PLoS One 2017;12(12):e0187487. doi:10.1371/journal.pone.0187487